Stephan R. Bellem

Rückblick, Ausblick, Einblick

Vor ziemlich genau einem Jahr hab ich die Seite hier entstaubt. Habe wieder (un)regelmäßig gebloggt, einen Podcast gestartet und sogar einen Roman veröffentlicht. Ich habe Pläne aufgestellt und wieder verworfen – manchmal schneller als ich atmen konnte. 2018 war (und ist) ziemlich heftig. Darum, schnappt euch nen Tee/Kaffee, lehnt euch zurück und schwelgt mir mir an diesem 1. Advent in Erinnerungen.

Vor ziemlich genau einem Jahr hatte ich einen Plan, und der war nichtmal schlecht. »Die Seele des Wächters« war abgeschlossen und sollte ins Lektorat. Es ist unheimlich praktisch, wenn man mit einer verdammt guten Lektorin verheiratet ist. Kurze Wege sind ALLES.
Jedenfalls sollte der Roman (damals wollte ich ihn noch »Die Gnome« nennen, aber das war seit sechs Jahren der Arbeitstitel, irgendwann hat den auch jemand anders gefunden und zurecht benutzt) einen – für mich – neuen Weg gehen. Erst meine Gnome, dann der Gaslichtroman im Drachenmond Verlag. Tja, denkste. Bei einem Gespräch mit der Weltbesten Verlegerin™(*) kamen auch meine Gnome zur Sprache. Am Ende sollte ich den Roman einfach mal zur Prüfung einreichen. Und was soll ich sagen? Die Weltbeste Verlegerin™(*) fand den Stoff so gut, dass sie der Geschichte eine Chance gab.
Roman mit passender Kerze

»Die Seele des Wächters« hatte eine neue Heimat gefunden. Eine, in der ich mich so unglaublich gut aufgehoben fühle. Der Drachenmond Verlag ist eine große Familie, meine Geschichten dort zu sehen, erfüllt mich mit Stolz und Rührung. Selten habe ich so engagierte, leidenschaftliche Menschen getroffen – seien es die Verlagsmitarbeiter, Autoren oder Leser. Einfach der Wahnsinn.
Plötzlich gibt es Kerzen zum eigenen Buch, die einen zum Inhalt passenden Duft verströmen wie den Geruch eines prasselnden Lagerfeuers. Genau das Richtige für High Fantasy.

Das war der erste Plan, der 2018 kippte.
Dann war da die Idee meines geordneten Übergangs in die Freiberuflichkeit. In meinem Podcast gebe ich ja immer mal wieder Tipps zu dem Thema (bald wieder, bestimmt!), aber ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich den Schritt schon 2018 komplett wagen kann.
Aber im Drachenmond Verlag haben nicht bloß meine Bücher eine Heimat gefunden, auch ich bin angekommen. Als Lektor darf ich viele der Texte auf dem Weg vom fertigen Manuskript zur Druckfahne begleiten. Eine Arbeit, die mir über die letzten Jahre schon viel Freude gemacht hat und eine absolute Herzensangelegenheit.
Und eine, von der ich auch profitiere, denn eines ist den jungen Autorinnen und Autoren von heute gemeinsam: eine unglaubliche Energie.
Ich klinge jetzt ein wenig wie Isshiki aus Foodwars – wer das nicht kennt, UNBEDINGT anschauen – aber von Zeit zu Zeit tut es einfach wahnsinnig gut, die Brille des Zynismus', hinter dem man sich gerne versteckt, durch ein Fernglas voller Regenbogen zu ersetzen.

Durch die neue Aufgabe wurde auch ein Ortswechsel nötig. Die Liebste und ich als Freiberufler daheim, in einer 64qm Wohnung, in der wir beide im Wohn-/Esszimmer arbeiten? Keine Chance. Also setzten wir einen anderen Plan um: Umzug in den Ruhrpott. Wir hatten spaßeshalber noch unsere Suchkriterien (4 Zimmer, ab 90qm, zentral, Mietpreis X) bei Immobilienscout für Berlin eingegeben. Was folgte war ein herzhaftes Lachen (ich schwöre) und eine dicke, fette Null bei den Ergebnissen.
Hier haben wir all das gefunden, was nun zu witzigen Begegnungen auf dem Flur führt, bei denen wir uns kurz über die Arbeit und unsere Chefs (also uns) austauschen und dann jeder in unserem Büro verschwinden.
Ich liebe es!

Und wie immer gilt: Man gibt ein wenig und nimmt ein wenig. Ich habe nach diesem Traum der Freiheit gegriffen, dafür habe ich die Selfpublishing-Pläne erst einmal hintenangestellt.
Das gab mir die Möglichkeit, noch einmal gründlich darüber nachzudenken, wie ich die alten Bücher veröffentlichen möchte. Soll ich 1:1 die mittlerweile vergriffenen Textversionen herausbringen? Oder soll ich die Texte noch einmal überarbeiten? Und ich meine da jetzt nicht, noch einmal kleine Fehler zu korrigieren, das versteht sich von selbst. Aber soll ich das Ende von »Welt aus Staub« so überarbeiten, dass es dem ursprünglich geplanten Ende entspricht?
Ein Teil von mir möchte das gern tun, ein anderer schreit auf, dass ich damit alle die Leser »bescheiße«, die das Original gekauft haben. Und ich bräuchte viel länger, um das Buch für euch verfügbar zu machen. Nehme ich das Original, könnte es noch bis Weihnachten klappen.
Eine Geschichte ist ja nie ganz abgeschlossen, man beendet ein Buch nicht. Also Autor lässt man einfach irgendwann los und hofft, dass die Geschichte stark genug ist, um auf eigenen Beinen zu stehen. Und das sind alle meine Geschichten, egal in welcher Fassung.
Das Cover ist übrigens schon fertig und große Klasse.
Was denkt ihr?
Schreibt mir gerne per Mail oder auf Facebook (wo ich den Beitrag verlinke), was ihr davon haltet.

Grüße
Stephan


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*Weltbeste Verlegerin ist kein eingetragenes Warenzeichen … sollte es aber sein. ;)
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