Schreibprogramm – Ja oder Nein?

Im Forum der Autorenwelt wird gerade die Diskussion um Papyrus Autor geführt. Sinnvoll oder nicht? Lohnt sich die Investition?

Ich habe das Programm selbst viele Jahre benutzt, benutze es aber schon viele Jahre nicht mehr. Aus mehreren Gründen, die ich jetzt nicht aufzählen will. Es gibt allerdings einen Grund, aus dem ich auch keine andere »Schreibsoftware« nutze.
Ich habe Scrivener, OneNote, NoteBook usw. alle auf dem Rechner, finde sie immer alle ganz wundervoll, aber irgendwie … es will einfach nicht flutschen.

Woran liegt das? Sicher nicht an mangelndem Willen. Im Gegenteil! Ich WILL so gerne zu den Autoren gehören, die ihr ganzes Projekt minutiös am PC planen, die per Scrivener zig Karteikarten anlegen und alles bis ins kleinste Detail nachhalten. Die immer ein Szenenexposé schreiben, die Recherchedatenbanken anlegen undundund.
Es klappt aber einfach nicht. Meine letzte Veröffentlichung liegt ja nun schon eine Weile zurück, was teilweise dem Brotjob und den vielen Lektoraten, teilweise der eigenen Angst vor dem Scheitern geschuldet ist, und zu einem großen Teil einfach dem Leben und einer echten Schreibblockade. Seit September letzten Jahres steht mein Leben irgendwie auf dem Prüfstand. Ich hinterfrage viel stärker meine eigenen Antriebe und Ziele. Egal, ich schweife ab.
Zurück zum Schreiben. Auch hier habe ich unheimlich viel Denkarbeit (*g*) geleistet, habe meine Arbeitsweise analysiert, meine »Beschleuniger« und »Bremser«. Was hilft mir, an einem Text zu arbeiten, eine Geschichte zu formen, Charaktere zu ergründen? Und was hemmt mich?

Und ich habe für mich festgestellt, dass die Technisierung des (Schreib)Handwerks mir den Antrieb raubt. Eine Figur in einer Datenbank zu beschrieben, Kriterien festzulegen, in Menüs die Augenfarbe zu bestimmen – das ist mir einfach alles zu kalt. Ich finde durch die Technik einfach keine Verbindung mehr zu meinem Text.
Die Lösung? Ein Notizbuch und ein Stift! Ich halte Ideen und Ideenfetzen jetzt wieder wie früher auf Papier fest. Das Moleskine ist zwar einem Midori gewichen, aber dieser Prozess – das Papier und ich – der funktioniert. Vielleicht auch, weil ich die ganze Ablenkung des Internets ausblende, die Möglichkeit, Dinge schnell zu googlen oder sonst wie nachzuschlagen.
Und was kommt nach dem Notizbuch? Dann könnte ich doch alles schön in Scrivener übertragen, nicht wahr?
Das klappt auch nicht. Wenn ich eine Idee über mehrere Notizzettel hinweg ausgearbeitet habe, sie immer »runder« geworden ist, dann will ich endlich schreiben, dann kribbeln meine Finger, bei dem Gedanken, sie auf die Tastatur zu legen, dann finde ich in meinen Tunnel und kann den Text wirklich genießen.

Denn das sollte man auch nicht vergessen: Bei allem »Ich will veröffentlicht werden« oder »Ich will Geld verdienen«, geht es vor allem um Spaß.
In der Regel verdient man als Autor doch eher überschaubare Summen. Und sollte man sich das antun UND dann noch keinen Spaß am Job haben? Ich denke, ihr kennt die Antwort. *g*

SRB