Gorillas in Berlin

Gestern hat meine Schwester mich auf einen Bruder-Schwester-Abend in Berlin eingeladen. Grund war mein bald anstehendes Wiegenfest, zu dem sie leider nicht in der Stadt sein kann. Im Vorfeld ließ sie mir die Wahl zwischen indisch Essengehen ins Namaskar (meiner Meinung nach sehr zu empfehlen) und Improtheater mit den Gorillas.

Ich habe mich für die Improshow entschieden. Das letzte Mal war ich vor ca. 15 Jahren in einer Improvisation und habe mich köstlich amüsiert. Spoiler: Diesmal auch.
Die Gorillas sind ein Ensemble aus 15 Darstellern und Musikern, die zu regelmäßigen Terminen auf der Bühne improvisieren und das Publikum zu Lachkrämpfen antreiben.

Eine Kostprobe gefällig? Das Motto des Abends war „Bring dein Ding“. Jeder Zuschauer sollte einen Gegenstand mitbringen, der den Darstellern als Inspiration diente. So wurde aus einem kleinen Sprüchebüchlein über Teddys die Textvorlage für eine Liebesgeschichte, in der Teddy immer durch Mann oder Frau ersetzt werden sollte.
Der Kracher war dann (ungefähr) „Ich bin ein Mann, das zu sehen ist nicht schwer. Hab dichtes Männerfell, komm kraule es mir sehr.“ - Dieser Satz wurde zum Publikumskracher, als das Buch zum Abschluss in die Hände des weiblichen Parts der Liebesgeschichte wanderte, und markierte dann auch den Schlusspunkt der Nummer.

Ich hatte einen Tennisball-Handtuchhalter als Ding mitgebracht. Nachdem er für keine der fünf Impros ausgewählt wurde, war ich ein wenig traurig, doch man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, nicht wahr? Die Show ging in die Pause, doch während dieser 15 Minuten sollten die Zuschauer den einen Gegenstand auswählen, der für die gesamte zweite Hälfte Teil der Handlung sein sollte. Und der Besitzer des Gegenstands gewinnt zwei Freikarten.
Was soll ich sagen?

SAM_0694

*ggggg*

Es war ein großartiger Abend, und der kleine Wilson hat sich jetzt seinen Platz auf dem Geekregal redlich verdient. Handtücher wird er keine mehr halten, aber die Autogramme der fünf Darsteller/Musiker und die beiden gewonnenen Freikarten.

SAM_0690

Ich kann jedem nur wärmstens empfehlen, sich einmal eine Improshow anzusehen. Auch wenn ihr mit Theater vielleicht nicht viel am Hut habt - Improvisation ist so anders, das sollte man einmal erlebt haben.

In diesem Sinne,
SRB

Leipziger Buchmesse 2014

Die Leipziger Buchmesse ist geschafft. Jetzt geht es wieder in den Arbeitsalltag. Aber gestern hatte mich der Messeblues doch voll erwischt. Denn es war einfach herrlich!
Ich hatte kein aktuelles Buch, das ich bewerben müsste - was natürlich schade ist, aber auch sehr erholsam. Die Messe wurde für mich zu einem reinen Meet & Greet. Mittlerweile verbringe ich einen Großteil meiner Arbeitszeit mit Lektoraten und Übersetzungen. In diesem Zusammenhang habe ich aber die neuen Verträge schon vor der Messe geschlossen, darum konnte ich mich einfach ganz zwanglos mit allen unterhalten, die Stände bestaunen (Kleine Eisbären!) und mit meiner Reisegruppe eine schöne Zeit verbringen.

Den Messesamstag haben wir dann auch im Zuge der jungen Tradition in der Leipziger Innenstadt verbracht, um dem größten Messetrubel zu entgehen. Ich finde es ein wenig schade, dass man die Comics, Mangas und Cosplayer in Halle 1 gesteckt hat, aber es hat beiden Bereichen geholfen, glaube ich.

Was gibt es noch zu sagen?
- Ich werde demnächst den Titel des Steampunk Fantasy Romans verkünden.
- Wenn Verlagsmitarbeiter sagen „kaum einer unserer Autoren kann vom Schreiben leben“, deprimiert mich das noch immer - auch wenn ich selbst schon seit zwei Jahren gar nicht mehr versuche vom Schreiben zu leben. Aber der Satz klingelt noch immer in meinen Ohren. Er sollte - meiner Meinung nach - in dieser Form nicht existieren. Es fühlt sich einfach falsch an. Aber ändern kann ich es auch nicht. Leider. Also Zähne zusammenbeißen und durch.
- Menschen, die ihre Sätze mit „Ich hab nichts gegen XYZ“ beginnen, sollten vor dem obligatorischen „aber“ aufhören. Ab dann wird es nur schlimm und peinlich.
- Sollte ich jemals wieder eine öffentliche Lesung haben, möchte ich von Dakstar’s Fantasy-News anmoderiert werden. Einfach herrlich!
- Ich habe für zwei Herzensprojekte neuen Mut gesammelt. Jetzt suche ich nur noch die Zeit, um es zu schreiben.

Und darum verdrücke ich mich jetzt auch wieder an den Schreibtisch.

Bleibt geschmeidig im Kopf,
SRB