Das war mein 2014

2014 ist auch schon wieder rum. Unglaublich. Gefühlt habe ich gestern erst bei unserem Silvester-Krimidinner die Böse Hexe aus dem Märchenwald gespielt. Und was für ein Jahr es war!
Persönliches Highlight: meine Hochzeit - also, die große Feier, geheiratet wurde ja schon 2013. Es war ein wundervolles Fest, bei dem es einfach darum ging, dass wir mit unseren Lieblingsmenschen einen schönen Tag verbringen. Ich glaube das ist uns gelungen.

Was das Schreiben angeht, stagniere ich dieses Jahr ein wenig vor mich hin. Liegt hauptsächlich daran, dass ich immer zu gerne »hier« brülle, wenn Lektorate oder Übersetzungen zu vergeben sind. Das gehört zu den Dingen, die ich 2015 ändern möchte … also, nachdem ich die drei Lektorate abgeschlossen habe…
»Die Gnome« werden meine nächste Veröffentlichung. Und ich liege mit dem Text in den letzten Zügen. Manchmal habe ich Angst, ihn zu vollenden. Warum? Hmmm, es ist eine Geschichte, die mir sehr am Herzen liegt, aber ich denke nicht, dass sie übermäßig viele Leser finden wird. Steampunk gemischt mit High Fantasy und einer Prise skurrilem Humor - ich fürchte, dass es dafür einen sehr überschaubaren Markt gibt. Das sind die Stimmen, die dann immer sagen »lass es doch lieber gleich«, aber ich will die eigentlich nicht mehr beachten. Wir werden sehen. Danach steht »Bluttriner 2« an. Wenn ich das 2015 schaffe, bin ich zufrieden.
Neben einem neuen Großprojekt, dem Krimi, der Gaslichtfantasy, einer Novelle - manchmal fürchte ich, immer zehn Projekte mehr im Kopf zu haben, als ich zeitlich realisieren kann.
Die Neuveröffentlichungen von »Bluttrinker« und »Portal des Vergessens« haben mich auch wahnsinnig gefreut. Und die vielen Nachrichten von euch zeigen, dass auch an den »Die Wächter Edens« und »Welt aus Staub« großes Interesse besteht. Hier kann ich euch schon sagen: Ja, auch diese beiden Geschichten werden neu aufgelegt.

Mein cineastisches Highlight des Jahres? Der Hobbit. Ich weiß, viele Besucher sind enttäuscht oder gelangweilt - für mich sind die Filme großartig. Mir gefällt er sogar fast noch einen Tick besser als HDR - Blasphemie, oder?

So, das soll es von meinem kleinen Jahresrückblick gewesen sein. 2014 war toll, ich freue mich auf 2015, auf liebe Menschen, die gemeinsame Zeit mit meiner Frau, tolle Projekte, Urlaub, noch mehr Zeit mit meiner Frau.

Sharknado mit Schlefaz

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Die Liebste hatte bei einem Gewinnspiel gewonnen. Es ging nicht um Ruhm oder Geld - nein, viel besser: Wir konnten gestern Abend in die Schlefaz-Kinovorführung von Sharknado!
Ihr kennt Sharknado nicht?
Dann erzähle ich euch den Film. Keine Angst, der verliert nicht an Qualität, wenn man die „Handlung“ kennt.

Zu Beginn wird direkt gezeigt, wie Haie vor einem Hurricane flüchten - ich darf verraten: erfolglos.
Dieser Hurricane saugt sie also auf und nimmt sie mit gen Küste.
Die ersten fünf Minuten kann man auch getrost auslassen, da wird nur gezeigt, wie ein korrupter Kapitän samt Schiff vom Sharknado gefressen wird.

Wir sind also am Strand von Santa Monica. Der Held, Fin, steht auf einem Surfbrett, während schlechte Wasserspritzer eingeblendet werden, um uns zu suggerieren, dass er sich tatsächlich im Wasser befindet.
Dann kommen Haie. Und fressen Menschen im knietiefen Wasser - warum auch immer. Fin vermöbelt einen mit seinem Surfbrett, bevor der seinen Sidekick, Buzz, fressen kann.
Wenn in einem Film ein Charakter Buzz heißt, weiß man direkt, dass man sich noch von ihm verabschieden wird, ehe der Vorhang fällt.
Und natürlich heißt der Held in einem Hai-Film Fin.
Das ist schon beinah genial. Gespielt übrigens vom unvergessenen Ian Ziering, aka Steve Zanders für die Beverly-Hills-Kenner.

Fin hat als ehemaliger Surfprofi natürlich eine Kneipe am Strand. In der arbeitet natürlich eine blutjunge Heldin, Nova, die sich immer gegen die Anzüglichkeiten des eingesessenen Stammsäufers zur Wehr setzt. Der Stammsäufer ist John Heard, Vater vom vergessenen Kevin und zeigt uns im Film gekonnt, was Macauly Culkin heute so den ganzen Tag macht.
Wie er im Film hieß, habe ich schon vergessen.

Fin rettet pflichtbewusst seine zerrüttete Familie. Dabei kommt ihm gelegen, dass ein Hai seinen Nebenbuhler frisst, während es vorm Haus nieselt, das Haus aber hüfthoch mit Wasser vollgelaufen ist. Verflucht gute Isolierung, sag ich da nur.
Dann seilt sich Fin von einer Brücke ab, um eine Horde Kinder zu retten, deren geschwätziger Aushilfs-Hippie-Lehrer versucht, so viel seiner Lebensgeschichte in die zwei Minuten Screentime zu pressen, dass man seinen unausweichlichen Tod überhaupt zur Kenntnis nimmt.
Hier muss eine große Kritik angebracht werden: NIEMAND dankte Buzz, der alle Kinder, den fetten Lehrer und Fin mit seinen BLOßEN HÄNDEN (und ich glaube einfacher 2:1 Seilwinden-Übersetzung) wieder die Brücke raufzog. Alle bejubelten Fin, dabei hatte der nur seine Kletterausrüstung angelegt.
Natürlich explodieren in dem Film auch Autos.

Dann holen sie sich einen neuen Wagen. Ein Monstrum mit fünf überdimensionierten Stricknadeln in der Stoßstange und Nitroeinspritzung. Die wird kurz benutzt, um den Wagen auf 100 Meilen pro Stunde zu bringen. Sie finden natürlich Fins Sohn. Der hat die geniale Idee, Bomben in die Hai-Tornados zu werfen, um sie zu versiegeln. Buzz erklärt uns kurz, wieso das geht - klingt plausibel.
Buzz erarbeitet einen Plan B - kluger Mann.
Buzz wird zum zweiten Mal von einem Hai gebissen, der gegen sein Bein fliegt und ihn dann mitreißt - keine Fragen, besser kann ich das nicht erklären.

Dann gibt es auch noch ein waschechtes Redshirt im Film. Kaum wissen wir seinen Namen, stirbt er durch umherfliegende Haie. Zuvor wurde das Redshirt noch von einem anderen Statisten gerettet, der sich für Red in die Stricknadeln des Autos warf. Irgendwie so halt.

Wer nicht wissen will, wie der Film endet, der sollte den nächsten Absatz überspringen!

Fins Sohn, ich glaub Matt hieß der, schafft zwei der drei Tornados. Beim dritten fällt Nova aus dem Helikopter und wird im Flug von einem riesigen Hai geschluckt.
Fin fährt daraufhin den Wagen auf eine Klippe und in den Tornado. Der zerfällt. Dann regnet es Haie. Fin schnappt sich eine Kettensäge und springt Kopf voran in einen Riesenhai, um seine Tochter zu schützen.
Natürlich schlitzt er sich den Weg frei.
Und zur Überraschung Aller findet er im Hai noch Nova.
Fin ist also nicht bloß irgendein Filmheld. Nein, Fin ist der OBERMACKER!
Mackeriger geht es nicht mehr.

Der Film endet mit dem Wort „fin“ - künstlerisch.

Die Kinovorführung wurde immer wieder von den üblichen Schlefaz-Einblendungen mit Kalkofe und Rütten aufgefrischt. Es war ein riesiger Spaß!
Danach durfte man ihnen noch Fragen zum Film stellen - mir fiel natürlich keine ein. Aber meine Frau hat sich gemeldet und mit ihrer Frage für die witzigste Anekdote des Duos gesorgt. Fantastisch!

Und Tele 5 hat sich generell nicht lumpen lassen: Es gab Fisch & Chips, Getränke, Bilder mit Hai-Models, coole Mützen und Luftballons - wirklich toll. Der Programmchef hat auch ein paar Worte gesagt und war dabei auch sehr witzig.
Darum hier ein ganz großes DANKE an Tele 5 für diesen herrlichen Abend!

Allerdings bleiben zwei Fragen offen:
1. Tara Reid (Fins Exfrau) sagt ihm, er kann seine Tochter nicht sehen. Diese kommt dann mit dem schmierigen Geliebten ihrer Mutter aus dem Schlafzimmer ... Mehr sage ich nicht.
2. Wo war der Sharknado? Nach dem Trailer erwartet man, dass dort Haie umherfliegen und wie Wurfgeschosse verteilt werden. Das war aber eher ein „Los Angeles wird überflutet und Haie schwimmen rum“ Film. Am Ende regnete es dann noch Fisch.

Egal. Ich wurde gut unterhalten, brachte den Saal kurz dazu, am Ende laut „Fin, Fin, Fin“ zu skandieren und wurde nicht verprügelt, obwohl ich so laut war. Erfolg!

Außerdem haben mir Kalkofe und Rütten den Film „Postal“ signiert. Der ist zwar nicht ganz auf Schlefaz-Niveau, aber doch seeeehr nah dran.
Beweise?

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Die zwei Jungs sind einfach klasse!

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Ist mit Silberfisch - ähhhh Stift geschrieben. Darum nicht gut lesbar. Auch im Bild: die coole Mütze.

Am 10.1. zeigt Tele 5 den Film ab 22:10 Uhr.
Ihr solltet ihn nicht verpassen, euch aber mit ordentlich Alkohol versorgen.

In diesem Sinne,
SRB

Fernbusse - ein Reisebericht

Das Monopol der Bahn ist gefallen!
Freuen wir uns gemeinsam!

2013 - zumindest der Dezember - stand im Zeichen der Fernbusse. Ich habe dieses Transportmittel getestet. Meine letzten Erfahrungen sind schon etwas datiert, angestaubt vielleicht, denn sie stammen aus meiner Schulzeit.
Reisebusse sind mittlerweile wirklich recht komfortabel.

Aber erst einmal zu meinen Gr
ünden, warum ich den Bus nahm:
  • Die Bahn verlangte gerade vor Weihnachten für die Strecke Berlin-Heidelberg und zurück, knapp 100 Euro mehr. Lag natürlich auch daran, dass ich durch meinen Brotjob erst Ende November buchen konnte, klar.
  • Ich kann in einem Bus bequemer sitzen als im ICE. Sorry, aber da könnte die Bahn noch nachbessern.
  • Die Bahn hatte - zumindest bei mir - im letzten Jahr bei sechs Fahrten fünf Verspätungen. Bei vier davon konnte ich Fahrgastrechte in Anspruch nehmen, bei der fünften nur deshalb nicht, weil wir mit 56 Minuten haarscharf unter der Stunde blieben.
  • Durch die Verspätungen ist der Bus auf der Strecke Berlin-Heidelberg kaum langsamer. Acht Stunden gegen sechs. Der Tag ist doch so oder so im Arsch, machen wir uns nichts vor.
  • Ich muss nicht umsteigen. Ich muss also auch kein Gepäck mehr schleppen, sobald es im Bus verladen ist.

Das also zu den Gr
ünden, weshalb ich den Bus genommen habe.
W
ürde ich es wieder tun?
Ganz ehrlich? In n
ächster Zeit eher nicht. Das hat nichts mit dem Buchunternehmen zu tun, im Gegenteil. Freies WLAN im Bus, das ist schon ein Argument. Leider geht es die meiste Zeit nicht richtig, da es auf knapp 30 Benutzer ausgelegt ist, der durchschnittliche Bus aber ca. 50 Smartphones fasst.
Nein, die Bahn gewinnt mich durch ein paar einfache Dinge zur
ück (und es ist NICHT der Kaffee).
Da w
äre der Busbahnhof in Nürnberg zu nennen. Zugleich auch die einzige Pause auf halber Strecke, wenn man die Nürnberger Route fährt. Geht auch noch über Frankfurt M, da sind es mehr Pausen.
Naja, kommen wir zu N
ürnberg. Dort gibt es eine öffentliche Toilette, die, gelinde gesagt, ein Dreckloch ist. Und ich schmeichle dem Ort hier wirklich.
Mitte Dezember war ich dort. Weihnachten wieder und konnte durch Zufall in die selbe Kabine. Die war noch immer ungeputzt und innerhalb einer Woche hatte sich ihr Wandschmuck um einen Muffin erweitert. Ich denke und hoffe zumindest, dass es ein Muffin war, genauere Untersuchungen habe ich mir erspart.
Wirklich, wirklich widerlich.

Aber, Stephan, warum gehst du dann nicht im Bus?
Nun, Bustoiletten neigen dazu, recht schnell durch 49 andere Busg
äste benutzt zu werden. Ich möchte mich nicht bei Tempo 100 in einen wahren Klaustrophobikeralbtraum zwängen, um dann festzustellen, dass 49 andere Menschen nicht wissen wie man eine Toilette benutzt.
Auf der R
ückfahrt nach Berlin kam dann auch direkt bei Eisenach die Durchsage: Die Toilette ist verstopft, bitte nicht mehr benutzen.“
Die Luft im Zug ist auch besser - WESENTLICH besser. Mehr sag ich dazu nicht.
Und die Lautst
ärke im Zug - von Familien mit kleinen Kindern mal abgesehen - ist auch angenehmer. Die Fahrgeräusche sind wesentlich weniger störend.
Au
ßerdem kann ich in Autos nicht lesen. Das kann ich auch getrost auf Busse ausweiten. Es geht hin und wieder, aber wenn ich den Moment verpasse, in dem der Bus die Ausfahrt nimmt und es schaukelt, während ich auf eine Buchseite blicke ... Nun, sagen wir, ich könnte dann Teil des Problems werden, das ich mit Bustoiletten habe.

F
ür kürzere Strecken wird es sicher eine Option bleiben, aber bei Langstrecken nehme ich lieber wieder meine Fahrgastrechte in Anspruch Winking

Bis bald,
SRB