Fernbusse - ein Reisebericht

Das Monopol der Bahn ist gefallen!
Freuen wir uns gemeinsam!

2013 - zumindest der Dezember - stand im Zeichen der Fernbusse. Ich habe dieses Transportmittel getestet. Meine letzten Erfahrungen sind schon etwas datiert, angestaubt vielleicht, denn sie stammen aus meiner Schulzeit.
Reisebusse sind mittlerweile wirklich recht komfortabel.

Aber erst einmal zu meinen Gr
ünden, warum ich den Bus nahm:
  • Die Bahn verlangte gerade vor Weihnachten für die Strecke Berlin-Heidelberg und zurück, knapp 100 Euro mehr. Lag natürlich auch daran, dass ich durch meinen Brotjob erst Ende November buchen konnte, klar.
  • Ich kann in einem Bus bequemer sitzen als im ICE. Sorry, aber da könnte die Bahn noch nachbessern.
  • Die Bahn hatte - zumindest bei mir - im letzten Jahr bei sechs Fahrten fünf Verspätungen. Bei vier davon konnte ich Fahrgastrechte in Anspruch nehmen, bei der fünften nur deshalb nicht, weil wir mit 56 Minuten haarscharf unter der Stunde blieben.
  • Durch die Verspätungen ist der Bus auf der Strecke Berlin-Heidelberg kaum langsamer. Acht Stunden gegen sechs. Der Tag ist doch so oder so im Arsch, machen wir uns nichts vor.
  • Ich muss nicht umsteigen. Ich muss also auch kein Gepäck mehr schleppen, sobald es im Bus verladen ist.

Das also zu den Gr
ünden, weshalb ich den Bus genommen habe.
W
ürde ich es wieder tun?
Ganz ehrlich? In n
ächster Zeit eher nicht. Das hat nichts mit dem Buchunternehmen zu tun, im Gegenteil. Freies WLAN im Bus, das ist schon ein Argument. Leider geht es die meiste Zeit nicht richtig, da es auf knapp 30 Benutzer ausgelegt ist, der durchschnittliche Bus aber ca. 50 Smartphones fasst.
Nein, die Bahn gewinnt mich durch ein paar einfache Dinge zur
ück (und es ist NICHT der Kaffee).
Da w
äre der Busbahnhof in Nürnberg zu nennen. Zugleich auch die einzige Pause auf halber Strecke, wenn man die Nürnberger Route fährt. Geht auch noch über Frankfurt M, da sind es mehr Pausen.
Naja, kommen wir zu N
ürnberg. Dort gibt es eine öffentliche Toilette, die, gelinde gesagt, ein Dreckloch ist. Und ich schmeichle dem Ort hier wirklich.
Mitte Dezember war ich dort. Weihnachten wieder und konnte durch Zufall in die selbe Kabine. Die war noch immer ungeputzt und innerhalb einer Woche hatte sich ihr Wandschmuck um einen Muffin erweitert. Ich denke und hoffe zumindest, dass es ein Muffin war, genauere Untersuchungen habe ich mir erspart.
Wirklich, wirklich widerlich.

Aber, Stephan, warum gehst du dann nicht im Bus?
Nun, Bustoiletten neigen dazu, recht schnell durch 49 andere Busg
äste benutzt zu werden. Ich möchte mich nicht bei Tempo 100 in einen wahren Klaustrophobikeralbtraum zwängen, um dann festzustellen, dass 49 andere Menschen nicht wissen wie man eine Toilette benutzt.
Auf der R
ückfahrt nach Berlin kam dann auch direkt bei Eisenach die Durchsage: Die Toilette ist verstopft, bitte nicht mehr benutzen.“
Die Luft im Zug ist auch besser - WESENTLICH besser. Mehr sag ich dazu nicht.
Und die Lautst
ärke im Zug - von Familien mit kleinen Kindern mal abgesehen - ist auch angenehmer. Die Fahrgeräusche sind wesentlich weniger störend.
Au
ßerdem kann ich in Autos nicht lesen. Das kann ich auch getrost auf Busse ausweiten. Es geht hin und wieder, aber wenn ich den Moment verpasse, in dem der Bus die Ausfahrt nimmt und es schaukelt, während ich auf eine Buchseite blicke ... Nun, sagen wir, ich könnte dann Teil des Problems werden, das ich mit Bustoiletten habe.

F
ür kürzere Strecken wird es sicher eine Option bleiben, aber bei Langstrecken nehme ich lieber wieder meine Fahrgastrechte in Anspruch Winking

Bis bald,
SRB