Kino International

Sharknado mit Schlefaz

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Die Liebste hatte bei einem Gewinnspiel gewonnen. Es ging nicht um Ruhm oder Geld - nein, viel besser: Wir konnten gestern Abend in die Schlefaz-Kinovorführung von Sharknado!
Ihr kennt Sharknado nicht?
Dann erzähle ich euch den Film. Keine Angst, der verliert nicht an Qualität, wenn man die „Handlung“ kennt.

Zu Beginn wird direkt gezeigt, wie Haie vor einem Hurricane flüchten - ich darf verraten: erfolglos.
Dieser Hurricane saugt sie also auf und nimmt sie mit gen Küste.
Die ersten fünf Minuten kann man auch getrost auslassen, da wird nur gezeigt, wie ein korrupter Kapitän samt Schiff vom Sharknado gefressen wird.

Wir sind also am Strand von Santa Monica. Der Held, Fin, steht auf einem Surfbrett, während schlechte Wasserspritzer eingeblendet werden, um uns zu suggerieren, dass er sich tatsächlich im Wasser befindet.
Dann kommen Haie. Und fressen Menschen im knietiefen Wasser - warum auch immer. Fin vermöbelt einen mit seinem Surfbrett, bevor der seinen Sidekick, Buzz, fressen kann.
Wenn in einem Film ein Charakter Buzz heißt, weiß man direkt, dass man sich noch von ihm verabschieden wird, ehe der Vorhang fällt.
Und natürlich heißt der Held in einem Hai-Film Fin.
Das ist schon beinah genial. Gespielt übrigens vom unvergessenen Ian Ziering, aka Steve Zanders für die Beverly-Hills-Kenner.

Fin hat als ehemaliger Surfprofi natürlich eine Kneipe am Strand. In der arbeitet natürlich eine blutjunge Heldin, Nova, die sich immer gegen die Anzüglichkeiten des eingesessenen Stammsäufers zur Wehr setzt. Der Stammsäufer ist John Heard, Vater vom vergessenen Kevin und zeigt uns im Film gekonnt, was Macauly Culkin heute so den ganzen Tag macht.
Wie er im Film hieß, habe ich schon vergessen.

Fin rettet pflichtbewusst seine zerrüttete Familie. Dabei kommt ihm gelegen, dass ein Hai seinen Nebenbuhler frisst, während es vorm Haus nieselt, das Haus aber hüfthoch mit Wasser vollgelaufen ist. Verflucht gute Isolierung, sag ich da nur.
Dann seilt sich Fin von einer Brücke ab, um eine Horde Kinder zu retten, deren geschwätziger Aushilfs-Hippie-Lehrer versucht, so viel seiner Lebensgeschichte in die zwei Minuten Screentime zu pressen, dass man seinen unausweichlichen Tod überhaupt zur Kenntnis nimmt.
Hier muss eine große Kritik angebracht werden: NIEMAND dankte Buzz, der alle Kinder, den fetten Lehrer und Fin mit seinen BLOßEN HÄNDEN (und ich glaube einfacher 2:1 Seilwinden-Übersetzung) wieder die Brücke raufzog. Alle bejubelten Fin, dabei hatte der nur seine Kletterausrüstung angelegt.
Natürlich explodieren in dem Film auch Autos.

Dann holen sie sich einen neuen Wagen. Ein Monstrum mit fünf überdimensionierten Stricknadeln in der Stoßstange und Nitroeinspritzung. Die wird kurz benutzt, um den Wagen auf 100 Meilen pro Stunde zu bringen. Sie finden natürlich Fins Sohn. Der hat die geniale Idee, Bomben in die Hai-Tornados zu werfen, um sie zu versiegeln. Buzz erklärt uns kurz, wieso das geht - klingt plausibel.
Buzz erarbeitet einen Plan B - kluger Mann.
Buzz wird zum zweiten Mal von einem Hai gebissen, der gegen sein Bein fliegt und ihn dann mitreißt - keine Fragen, besser kann ich das nicht erklären.

Dann gibt es auch noch ein waschechtes Redshirt im Film. Kaum wissen wir seinen Namen, stirbt er durch umherfliegende Haie. Zuvor wurde das Redshirt noch von einem anderen Statisten gerettet, der sich für Red in die Stricknadeln des Autos warf. Irgendwie so halt.

Wer nicht wissen will, wie der Film endet, der sollte den nächsten Absatz überspringen!

Fins Sohn, ich glaub Matt hieß der, schafft zwei der drei Tornados. Beim dritten fällt Nova aus dem Helikopter und wird im Flug von einem riesigen Hai geschluckt.
Fin fährt daraufhin den Wagen auf eine Klippe und in den Tornado. Der zerfällt. Dann regnet es Haie. Fin schnappt sich eine Kettensäge und springt Kopf voran in einen Riesenhai, um seine Tochter zu schützen.
Natürlich schlitzt er sich den Weg frei.
Und zur Überraschung Aller findet er im Hai noch Nova.
Fin ist also nicht bloß irgendein Filmheld. Nein, Fin ist der OBERMACKER!
Mackeriger geht es nicht mehr.

Der Film endet mit dem Wort „fin“ - künstlerisch.

Die Kinovorführung wurde immer wieder von den üblichen Schlefaz-Einblendungen mit Kalkofe und Rütten aufgefrischt. Es war ein riesiger Spaß!
Danach durfte man ihnen noch Fragen zum Film stellen - mir fiel natürlich keine ein. Aber meine Frau hat sich gemeldet und mit ihrer Frage für die witzigste Anekdote des Duos gesorgt. Fantastisch!

Und Tele 5 hat sich generell nicht lumpen lassen: Es gab Fisch & Chips, Getränke, Bilder mit Hai-Models, coole Mützen und Luftballons - wirklich toll. Der Programmchef hat auch ein paar Worte gesagt und war dabei auch sehr witzig.
Darum hier ein ganz großes DANKE an Tele 5 für diesen herrlichen Abend!

Allerdings bleiben zwei Fragen offen:
1. Tara Reid (Fins Exfrau) sagt ihm, er kann seine Tochter nicht sehen. Diese kommt dann mit dem schmierigen Geliebten ihrer Mutter aus dem Schlafzimmer ... Mehr sage ich nicht.
2. Wo war der Sharknado? Nach dem Trailer erwartet man, dass dort Haie umherfliegen und wie Wurfgeschosse verteilt werden. Das war aber eher ein „Los Angeles wird überflutet und Haie schwimmen rum“ Film. Am Ende regnete es dann noch Fisch.

Egal. Ich wurde gut unterhalten, brachte den Saal kurz dazu, am Ende laut „Fin, Fin, Fin“ zu skandieren und wurde nicht verprügelt, obwohl ich so laut war. Erfolg!

Außerdem haben mir Kalkofe und Rütten den Film „Postal“ signiert. Der ist zwar nicht ganz auf Schlefaz-Niveau, aber doch seeeehr nah dran.
Beweise?

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Die zwei Jungs sind einfach klasse!

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Ist mit Silberfisch - ähhhh Stift geschrieben. Darum nicht gut lesbar. Auch im Bild: die coole Mütze.

Am 10.1. zeigt Tele 5 den Film ab 22:10 Uhr.
Ihr solltet ihn nicht verpassen, euch aber mit ordentlich Alkohol versorgen.

In diesem Sinne,
SRB