Portal des Vergessens

Jetzt ging alles doch viel schneller. Gestern erhielt ich eine Mail nach der anderen, in denen mein Verleger mich um die Abnahme des neuen Covers, der neuen Druckfahnen usw. bat.

Hier das neue Cover in seiner ganzen Schönheit.
Cover_PdV_klein

Der Bezug zum Original ist noch da. Die Stimmung hat mir darauf immer gefallen, die leichte StarGate-Anleihe war etwas unglücklich. Hier wirkt es mehr wie ein Seelenspiegel, was eine gute Analogie zum Text herstellt.

Ich hatte ja erwähnt, dass die Rechte der alten Titel an mich zurückgefallen sind. Und jetzt bringe ich diese Bücher in Kooperation mit dem Verlag mKrug wieder auf den Markt. Diesmal habe ich sehr viel mehr Mitspracherecht, und Michael Krug teilt meine Philosophie, was die eBook-Preise angeht.

Portal macht nun den Anfang. Ich bin gespannt, wie die Geschichte sich diesmal schlägt. Das eBook ging gestern flott online.
Für mich sind diese Neuauflagen eine kleine Stunde der Wahrheit. Natürlich kann es sein, dass jeder interessierte Leser schon längst eine Raubkopie sein Eigen nennt. Ich hoffe nicht!
Ich hoffe, dass nun die Leser zugreifen, die durch den ehemaligen Preis von über 10 Euro für ein eBook abgeschreckt wurden. Und so oder so - ich habe dann endlich meine ganze Backlist wieder lieferbar. Die restlichen Romane folgen über die nächsten Monate.
Und Ende des Jahres wird sich auch ein neuer Roman einreihen.

Dieser Blogeintrag ist aber auch ein Aufruf. Ein Aufruf an die von euch, die zu Portal damals eine Rezension geschrieben hatten. Durch die Neuauflage sind alle Bewertungen natürlich futsch, bzw. nur bei der Erstauflage. Ich wäre euch unheimlich dankbar, wenn ihr eure alte Rezension kopieren könntet.

Tharador hat übrigens auch eine Frischzellenkur bekommen.
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Habt ein schönes Wochenende! (ganz richtig, das ist ein Befehl *g*)
SRB

Wie sehr sind eBooks vom Preis abhängig?

Dieser und anderen Fragen gehe ich momentan nach.
Hintergrund: Vorletzte Woche gab es „Die Chroniken des Paladins“ kostenlos zum Download für den Kindle. Die Resonanz war überwältigend. 3.600 Downloads in gerade einmal zwei Tagen. Über einen Tag stand das Buch an der Spitze der Charts der kostenlosen Bücher. Diese Zahl wurde innerhalb von weniger als 48 Stunden erzielt.
Zugegeben, 1.200 Taschenbuchseiten zu verschenken, ist nicht alltäglich, darum hat es sich auch recht schnell rumgesprochen.

Aber es ist auch nicht der richtige Weg, wenn man sein eBook häufiger verkaufen will. Es ist der richtige Weg, wenn man seinen Namen bekannter machen möchte. Die Zahl eignet sich auch nur indirekt als Gradmesser wie gut das Genre der Geschichte - in diesem Fall High Fantasy - läuft. Bei kostenlosen Angeboten hat man auch schnell „Sammler“ - Menschen, die so ziemlich alles runterladen, was bei Drei nicht auf den Bäumen ist, solange nur gratis zu haben.
Und da ich momentan auch recht wenige andere eBooks zu attraktiven Preisen auf dem Markt habe, war es auch absolut nicht verkaufsfördernd für meine gesamte Bibliographie.

Aber manchmal geht es nicht darum, das meiste Geld aus einer Situation zu schlagen. Manchmal geht es einfach nur um den Spaß! Und glaubt mir, auch wenn es „nur“ die kostenlosen Charts waren - eine Geschichte, deren Anfänge 15 Jahre auf dem Buckel haben, ganz oben zu sehen, zu sehen, dass mein Erstlingswerk aus dem Nichts die Charts stürmen kann - das hat immensen Spaß gemacht.

Irgendwann setzt jedoch der Punkt ein, an dem man für die eigene Leistung eine Gegenleistung haben möchte. Seid mir nicht böse, ist ein ganz normaler Prozess.
Also hat mein Verleger nach Rücksprache mit mir den Preis für den Sammelband am 09.04. auf 1,99€ festgesetzt. 0,99€ ist nun wirklich viel zu wenig, 8,01€ (der alte Preis) wohl zu viel. 1,99€ sollten ein Testwert sein. Wir wollten herausfinden, ob die Chroniken sich auch als bezahlpflichtiger Download etablieren könnten.

Nun, sie haben es!
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Am 17.04. wurde der bisher beste Bestseller-Rang erzielt. Und einen Tag vorher schafften die Chroniken es erstmals auf die erste Seite der Top 100 Charts. Beachtlich, finde ich.
Ab 14.04. wurde an der magischen 20 gearbeitet, bis sie eben endgültig fiel. Warum die magische 20? Nun, um von Spontankäufern entdeckt zu werden, den Chart-Stöberern, ist es nicht ganz unwichtig, möglichst früh präsent zu sein. Ein Stöberer wird die zweite Seite der Charts nur dann aufrufen, wenn unter den ersten 20 Titeln keiner seine Aufmerksamkeit erregt usw.

Aber wie beachtlich ist das denn tatsächlich? Wie viele Bücher muss man denn verkaufen, damit das klappt?
Ich bringe ein wenig Licht ins Dunkel. Die Chroniken verkaufen sich, seit der Preis auf 1,99€ steht, um die 35 Mal pro Tag. Ohne Werbung, ohne großen Namen, ohne viele Rezensionen - einfach so.
Mittlerweile hat mein Verleger die Kategorie des Buchs geändert, um in zwei Chartlisten sichtbar zu sein. Bei den Jugendbüchern konnten die Chroniken schon an den Top 10 kratzen und haben auch Schwergewichte wie Harry Potter hinter sich gelassen.

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Krass, oder?!
Aber auch so kann es nicht weitergehen. Mir ist allerdings klar geworden, dass die bisherige Preisgestaltung der Chroniken wohl nicht sehr attraktiv war.
Darum wird es hier eine Änderung geben.
„Tharador“ wird (bald) kostenlos zu haben sein. Als Mega-Leseprobe, sozusagen.
„Das Amulett“ und „Das Buch Karand“ werden weiterhin kostenpflichtig bleiben. Aber der Preis von 4,99€ wird sinken. 2,99€ oder drunter. Und die Chroniken als Sammelband werden dann so platziert, dass man gegenüber dem Einzelkauf nochmal knapp 1€ spart. Klingt fair, finde ich. Warum nicht weniger? Puh, schwer zu erklären. Man könnte ja sagen, nimm die 35 Käufe am Tag und sei glücklich. Es geht aber nicht nur um den Preis und absolute Zahlen oder Geld. Es geht auch um Signale. Wenn die Chroniken dauerhaft 1,99€ kosteten - wie könnte ich dann für den nächsten Roman, der nur ein Drittel der Länge hat, mehr verlangen? Ich halte viel von Fairness. Klar, man könnte argumentieren, dass mein Stil sich verbessert hat, dass es die „neuere“ Geschichte ist usw. Aber man lässt sich wenig Spielraum. Und 1,99€ für eine Geschichte diesen Umfangs ist einfach zu wenig. Da fühle ich mich auf Dauer verramscht. Und das will ich auch nicht. Ja, es geht auch immer um das eigene Ego! *g*

Wie lange werden die Chroniken noch für 1,99€ zu haben sein? So lange, bis wir uns auf einen Preis festlegen. Und hier danke ich meinem Verleger, dass er diese Dinge mit mir abstimmt und meine Meinung auch hören möchte. Aber das wird kurz nach Ostern passieren. Also, schätzungsweise habt ihr noch ein paar Stunden, um euch 1200 Taschenbuchseiten zu einem absoluten Schnäppchenpreis zu sichern.

Wie wird es weitergehen? Aktuell versuche ich, im Hintergrund einige Dinge für die anderen älteren Titel zu organisieren. Dazu auch später mehr. Und ich plane, bei zukünftigen Veröffentlichungen den Preis zur Einführung niedriger anzusetzen. So belohnt man die treuen Leser, die das Buch direkt bei Erscheinen kaufen, und steigt früh im Rang auf. Klingt gut in meinen Ohren.

Wann kommt der nächste Roman? Vermutlich erst im Herbst. Ich komme momentan leider mit der ganzen Arbeit und der kirchlichen Trauung nicht hinterher.
Zum Abschluss aber noch zwei Fragen:
1. Welchen Preis würdet ihr noch für die Chroniken zahlen, 3,99€ oder 4,99€?
2. Soll ich hier einen PayPal-Spenden-Button einrichten? Ich wurde schon häufiger darauf angesprochen, käme mir dann aber ein wenig bettelnd vor. Findet ihr sowas gut, wurscht oder scheiße?

Euer,
SRB